Als Nachfahre des Wolfes ist der Hund ein „carnivore“ aber auch „omnivore“, also ein Mittelding zwischen einem Fleischfresser und einem Allesfresser: Er verschlingt seine Beute mit Haut und Haaren, einschließlich Darminhalt, Organen und Knochen – nimmt aber auch pflanzliche Nahrung zu sich. So ist gewährleistet, dass ausreichend Mineralien und Vitamine zur Verfügung stehen. Dementsprechend, sollte auch Hundefutter für den Haushund zusammengesetzt sein und der Markt bietet inzwischen eine Vielzahl verschiedene Produkte an.

An dieser Stelle möchte ich die verschiedenen Futterarten vorstellen:



Trockenfutter

Gutes Trockenfutter sollte alle lebenswichtigen Mineralien und Vitamine enthalten. Hier gibt es große qualitative Unterschiede. Teures Futter muss dabei nicht unbedingt gut, billiges Futter nicht unbedingt schlecht sein. Informationen über die verschiedenen Produkte bekommt man leicht über das Internet, Zoofachgeschäfte mit größerer Auswahl, in der Fachliteratur (z.B. Stiftung Warentest) oder dem Züchter ihres Vertrauens.

Worauf man bei Trockenfutter generell achten sollte:

Die einzelnen Bestanddteile sollten beim Namen genannt werden, damit man auch erkennt, was wirklich enthalten ist. (Es sollte nicht nur “Fleisch” auf der Verpackung stehen, sondern z.B. “Huhn, Lamm, Rind...) Hinter dem Begriff  “TierischeNebenerzeugnisse” verbergen sich oft “Abfallprodunkte” wie z.B. Haut, Schwarte, Hufe, Federn, Därme, Hühnerköpfe und alle anderen, minderwertiges Eiweiß enthaltende bindegewebereiche Abfälle der Tiernahrung.

Vorsicht auch bei so genanntem „halbweichen Futter“ (wird oft in Ringen angeboten). Dieses enthält oft Zucker und ist daher wohl nur als Leckerli zwischendurch geeignet. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.

Der Hund sollte beim Verzehr von Trockenfutter immer frisches Trinkwasser zur Verfügung haben, da das Futter im Magen noch aufquillt. 

 
Dosenfutter

Auch hier gilt: je höher der Fleischanteil in der Dose oder Schale, desto gehaltvoller das Futter.

Angeboten werden Komplettmenus, die schon Getreide und Gemüse enthalten oder auch „Fleisch-pur-Produkte“, denen man selbst Gemüse-Getreideflocken (aber auch gekochten Reis, Nudeln oder Kartoffeln) zusetzen kann. Bei letzterem hat man leichter den Überblick, was der Hund denn nun genau gefressen hat.

Auch hier sollte man sich über die verschiedenen Produkte informieren, denn viele Dosenfutter enthalten sogenannte „Lockstoffe“ (z.B. Zucker), die den Hund dick machen und unnötig bela
sten.

Manche Sorten Dosenfutter sollte man aufgrund des oft höheren Eiweißgehaltes als Alleinfutter nicht anbieten. Als Ergänzung zum Trockenfutter oder auch zur Verabreichung von Medikamenten ist Dosenfutter gut geeignet.

 
Frischfutter ( BARF )

Wer auf fertiges Futter verzichten oder seinem Vierbeiner zwischendurch einmal Abwechslung gönnen möchte, kann auch frisches (rohes) Futter anbieten. 

Dabei gilt laut dem Institut fuer Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover für einen erwachsenen Hund folgende Regel:

35 - 45% eiweißreiche Futtermittel, z.B. Fleisch, Schlachtabfälle
45 - 55% Getreideprodukte, Reis, Nudeln
5% Rohfaserreiche Ergaenzungen wie Weizenkleie oder Gemüse
5% Planzenoel oder Schweineschmalz
0,5 g pro Kilo Hund und Tag vitaminiertes Mineralfutter mit etwa 20% Kalzium :

Die Gesamtmenge Futter pro Tag sollte ca. 2% des Körpergewichtes betragen.

Geeignet sind folgende Fleischsorten:

Rindfleisch, Innereien vom Rind (Leber, Herz, Lunge, Nieren, Schlund und Kehlkopf, grüner Pansen und Blättermagen), Geflügel (alles vom Huhn oder Pute, auch Innereien wie Magen, Leber oder Herz), Pferdefleisch, Lamm/Schaf und Fisch.

Schweinefleisch darf nur gegart angeboten werden. Rohes Schweinefleisch ist Überträger der Aujeszkyschen Krankheit, an der der Hund sterben kann. Für den Menschen ist dieser Virus ungefährlich.

Zur Zahnreinigung empfehlen sich frische Kalbsknochen.

Obst und Gemüse:

Obst und Gemüse muss fein zerhackt oder gequetscht werden (im Mixer pürieren), da der Hund aufgrund seines Verdauungssystems nicht in der Lage ist, pflanzliche Zellwände aufzuspalten und so die Vitamine und Mineralien aufzunehmen.

Fast alles an Obst und Gemüse kann verfüttert werden.
z.B. Gurke, Zucchini, alle Blattsalate, Spinat, Chinakohl, Erbsen, Mais, Möhren (Vorsicht: schwarzes Fell kann einen Rotstich bekommen), Löwenzahn, Brennnesseln, Apfel, Birne, Ananas usw.

Ausnahmen bilden Nachtschattengewächse sowie Kohlsorten. Kohl bläht. Wenn er verfüttert wird, sollte er leicht angedünstet werden. Zwiebeln, Bohnen, Weintrauben und Avocado sollten nicht verfüttert werden. 

An Getreide bieten sich Reis, Nudeln oder Getreide-Gemüseflocken an. Auch gekochte Kartoffeln dürfen zugesetzt werden.

Wer ausschließlich nach dem BARF-Prinzip füttern möchte, sollte sich ausreichend über dieses Thema informieren. Es gibt viele Punkte, die beachtet werden müssen, damit der Hund auch alles bekommt, was er braucht.

Die Ernährung des Hundes ausschließlich mit Speiseresten vom eigenen Tisch oder selbst gekochten Speisen ist fragwürdig, weil Mangelzustände möglich sind, wenn nicht mit einem geeigneten Mineralfutter ergänzt wird. Wer seinen Hund also ausschließlich mit Selbstgekochtem ernähren möchte, sollte Rücksprache mit seinem Tierarzt halten, um geeignete Zusatzpräparate zu bekommen.

Gegen die gelegentliche Fütterung mit selbst gekochten Mahlzeiten z.B. als Ergänzung zum Trockenfutter ist nichts einzuwenden. Selbst zubereitete leichte Mahlzeiten eignen sich z.B. wenn der Hund Magen- oder Darmbeschwerden hat. 


Für welche Fütterungsart man sich entscheidet, ist eine persönliche Geschmackssache. Jeder muss selbst entscheiden, wie viel Aufwand er um die Futterherstellung betreiben möchte. Alle 3 vorgestellten Futterarten sind für die Ernährung eines Hundes geeignet. Experten empfehlen, den Hund mit verschiedenen Futterarten bekannt zu machen und auch mal die Produkte zu wechseln. So fällt eine Umstellung leichter, falls der Vierbeiner mal Diät halten muss oder das gewohnte Futter nicht zur Verfügung steht.

Iris Venus